Jahresauftaktveranstaltung 2010
UN Kinderrechtskonvention
Für der Hofer Falken begrüßte Herbert Narr die Ehrengäste der Bildungsveranstaltung im Jugendverbändehaus „Bahnhof Neuhof“:
Eva Döhla, Stellvertretende Vorsitzende der SPD in Hof Stadt
Rüdiger Hertel, Stellvertretender Vorsitzender der SPD Hof Stadt
Peter Heidler, Landesvorsitzender der Seliger Gemeinde in Bayern,
die Bezirksvorsitzende der fränkischen Falken Katja Diedler
und den Geschäftsführer von ARBEIT UND LEBEN BAYERN, Herbert Schmid aus Weiden.
Dieser referierte zum Thema „ 20 Jahre UN Kinderrechtskonvention“. Dabei veranschaulichte Schmid die drei Säulen der völkerrechtlichen Übereinkunft mit ihren 54 Artikeln, die sich in Schutzrechte, Förderungsrechte und Beteiligungsrechte einteilen ließen.
Leider habe keine der wechselnden Bundesregierungen in den letzten 20 Jahren sich dazu durchringen können, die Kinderrechte im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zu verankern. Im Gegenteil wurde die Ratifizierung nur unter Vorbehalt vorgenommen, dass für Flüchtlingskinder die Konvention nicht gelte. Das bedeute, dass jährlich 5.000 bis 10.000 unbegleitete Flüchtlingskinder in Deutschland keinen uneingeschränkten Zugang zu medizinischer und psychosozialer Hilfe hätten. Die Rücknahme der Vorbehaltserklärung von 1992 sei deshalb eine unabdingbare politische Forderung, ergänzte die Bezirksvorsitzende der „SJD – Die Falken“ in Franken, Katja Diedler aus Nürnberg.
Der Referent widmete sich diversen Einzelaspekten. Hier gelte es wahrhafte Partizipation von betroffenen zu ermöglichen. Anstelle von „Partizipationsfolklore“ müssten Kommunalpolitiker manchmal auch die Botschaften erkennen, die hinter Unmutsäußerungen über Lehrer in Internetportalen, Besetzung leer stehender Häuser, Störung des Autoverkehrs, Graffitis an Häusern oder ÖPNV-Zügen sich verbergen.
Schmid, der selbst langjähriger Funktionär der Falken in Hof gewesen ist, erläuterte, früher galt: „Ein guter Falke raucht nicht, trinkt nicht und liest keine schlechten Bücher!“ Heute bedeute die Vermittlung von Medienkompetenz: Medienkritik, Mediennutzung und Mediengestaltung. Der Verband müsse sich um Zugang zum Internet für „benachteiligte“ Jugendliche kümmern. Jugendliche wollten vor allem Kommunikation: miteinander chatten, in Kontakt bleiben, Ideen und Gedanken austauschen. Dabei falle die Unterscheidung von Fiktion, Information und Virtualität bei ca. 100 Minuten Internetkonsum täglich vielen aber schwer.
Alle seien aufgerufen: Kinderrechte bei großen und kleinen Menschen bekannt machen, Kinder und Jugendliche stark zu machen, ihre Rechte einzufordern, Kinder und Jugendliche zu ermutigen, zu träumen sowie ihre Wünsche und Bedürfnisse zu benennen.
Wer sich näher mit der Thematik auseinandersetzen wolle, finde unter: www.beteiligt-kinder.de oder der TV-Sendung „logo“ im Kinderkanal weitere Anregungen.
Der Hofer Pädagoge Peter Heidler erinnerte an die Verbundenheit der DSAP (Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei) in der 1. Tschechoslowakischen Republik zur Kinderfreundebewegung und den Roten Falken. Minderheitenschutz heiße einerseits kollektives Gruppenrecht, was den Deutschen als Volksgruppe in der Zwischenkriegszeit in Böhmen verwehrt worden sei, aber auch ein dem Individuum zugeschriebenes und nicht entziehbare Menschenrecht.
Eva Döhla betonte, dass die UN Kinderrechtskonvention nicht abstrakt irgendwo in New York anzusiedeln sei, sondern einer konkreten Umsetzung in kommunalpolitische Praxis vor Ort in der Stadt Hof bedürfe. Dabei verwies die Kommunalpolitikern auf die Debatte über die Hartz IV-Sätze für Kinder und die jüngste Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts
Rüdiger Hertel erklärte, dass er als aktiver Gewerkschafter immer wieder mitbekomme, wie Kinder unter der Arbeitslosigkeit ihrer Eltern litten.
Herbert Narr kündete an, dass die Kinderrechtsausstellung der „SJD - Die Falken“ im Mai in der Stadt Hof gezeigt werden würde.
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